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Umbau und Erweiterung der Grundschule Schulzendorf
Illgenstraße 26, Schulzendorf, Brandenburg

Schulzendorf, an der südlichen Stadtgrenze von Berlin gelegen, ist eine wachsende Gemeinde. Der bestehende Schulstandort inmitten eines durch Einfamilienhäuser geprägten Gebietes umfaßt verschiedenste Einzelgebäude aus unterschiedlichen Zeiten. Eine Mehrzweckhalle von Mitte der 90er Jahre, eine Kindertagesstätte vom Beginn dieses Jahrtausends, ein Schulgebäude aus den 30er Jahren und eine Schule Typ Magdeburg von 1965. Unser Vorschlag, anstatt eines weiteren Einzelobjektes, die bestehende Typenschule zu erweitern gibt dem Schulgebäude die Präsenz, die dem Ensemble städtebaulich Halt gibt und der Bedeutung der Nutzung entspricht.

Konzept
Das bestehende Gebäude hat die Grundform eines mit zwei nach außen offenen Höfen. Die Erweiterung schließt das an beiden Seiten zur Form einer <8>. Die offenen Höfe werden zu innenliegenden verglasten Atrien, um die sich die neue Erschließung für neue und alte Klassenzimmer legt. Zwei Einschnitte in dem kubischen Baukörper schaffen Zwischenräume zwischen Innen und Außen, der eine dient als Eingangsbereich und überdachte Schulhoferweiterung, der andere als Freisitz für die Mensa.

Fassade
Eine nahtlose Hülle um Bestand und die beiden Anbauten macht aus Alt und Neu einen Baukörper. Das verbindende Material ist eine vorgehängte hinterlüftete Fassade aus vor Ort geflochtener Weide.

Innenraum
Durch das Gebäude zieht sich ein komplexer öffentlicher Farbraum. Der Einschnitt des Eingangsbereiches führt in die für Veranstaltungen nutzbare Aula, die sich nach oben durch die über die ganze Gebäudehöhe reichenden Atrien öffnet. Die Umgänge, die als Galerien alle Räume erschließen, haben Aufweitungen, die zu Treffpunkten werden, und intime Bereiche mit Ausblicken nach draußen. Das Farbkonzept konzentriert sich auf die öffentlichen Bereiche. Jede Etage und jedes Atrium hat eine eigene Farbe. Die monochromen Farben ziehen sich über Wand, Boden und Decke und schaffen Räume speziell nur für Kinder.

Nachhaltigkeit
Die Kompaktheit macht das Konzept ökonomisch. Mehr als doppelt soviel Schule mit nur wenig mehr Fassadenfläche bedeutet geringe Wärmeverluste. Die Integration des Altbaus lässt ein Gebäude neuesten Energiestandards entstehen. Auf dem Flachdach erzeugt eine Solaranlage Strom. Weide als sehr schnell wachsendes und wenig genutztes Holz ist nachhaltig zu bewirtschaften.

Planung/Realisierung: 2005-2007
Leistungsphasen: 1-8
Räume: 18 Kl.-Räume, 3 Fachräume, 1 Bibliothek, 1 Aula, 1 Mensa
Nutzfläche neu: 2.815 qm

Auszeichnungen:
DAM Preis für Architektur, 2008, Shortlist
Auszeichnung Guter Bauten 2008, BDA Brandenburg
Hans Schäfer Preis 2007, BDA, Anerkennung
Brandenburgischer Architekturpreis 2007, Architektenkammer Brandenburg

Projektfotos: Andrea Kroth