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An der Nähmaschine - Gemeinsam Wohnen am Singerplatz, Würselen


Ein Quartier für die Zukunft

Würselen ist eigenständig und lebendig, trotz und auch wegen der Nähe zur Großen Stadt Aachen. Das Singer-Areal kann die Qualität der Kleinen Stadt stärken und das bedeutet: Mehr Platz drinnen und draußen, kurze Wege, Verkehr wo nötig, mehr Grün und vor allem Nachbarschaft. Die bislang mäßig geliebte und unzugängliche Kalkhalde wird zum innerstädtischen Park. Der an ihrem Fuße gelegene Singerplatz ist der perfekte Mittler und Anziehungspunkt über Kalkhaldengasse und Straße an der Kalkhalde zwischen Stadt und Grün. Vielfältige Angebote für Jüngere und Ältere ergeben einen aktiven grünen Platz: Sport, Spiel, Erholung mit Rutsche und Tribüne.
Die Nähmaschine macht die Kalkhalde sichtbar (direkt von der Kaiserstraße aus) und über Treppen und Aufzug niedrigschwellig zugänglich. Sie bietet Aussicht bis nach Aachen und ist Startpunkt der längsten Rutsche Würselens.

Gemeinschaftsorientierter Städtebau

Die neue Quartiersstraße mit Werkstatt, Co-Working, Gemeinschaftsküche, Nachbarschaftstreff und weiteren (konsumfreien) Angeboten in der Erdgeschosszone bildet mit dem Singerplatz mit seinen Angeboten das Herz des Quartiers: viel Platz für nachbarschaftlichen Austausch aller Generationen… Begegnung mit und zwischen allen Würselenern und Würselenerinnen.

Lokal-sensible / lokal-angepasste Haustypologien

Mit nur 4 unterschiedlichen Haus- bzw Wohnungstypologien, aber in unterschiedlicher Geschossigkeit, passt sich das Neue in Höhe und Gestalt in die kleinteilige Siedlungsstruktur Würselens ein.
Die Wiederholung und Stapelung gleicher Wohnungstypen ermöglicht eine wirtschaftliche Umsetzung, die Differenzierung unterschiedliche Grade an Gemeinschaft im Zusammenleben. 1. Ein-Parteien-Haus - Das städtische Reihenhaus: Ein Haus, eine Partei.
2. Mehr-Parteien-Haus – Singles, Paare, Familien in einem Haus
3. Mehr-Parteien-Häuser in Gemeinschaft – Mehrere Häuser mit gemeinschaftlichen Außenräumen
4. Gemeinschaft plus – Innovative Wohnform: Singles, Paare, Familien in einer Wohnung

Klassische Reihenhäuser werden mit Mehrfamilienhäusern, Laubengangwohnungen und innovativen Clusterwohnungen -einer Art Wohngemeinschaft für jedes Lebensalter und -Lebenssituation- kombiniert, was Familien mit Studenten und Senioren zusammenbringt. Auf Grund der vielfältigen Erschließung, gemeinschaftlicher und privater Freiräume auf Dachflächen und in Zwischenräumen werden Begegnungen ermöglicht und die Vorraussetzungen für ein soziales Miteinander geschaffen.

Stadt der kurzen Wege/ Mobilität

Durch die neuen Bewohner:innen und die neuen Angebote wird die Würselener Innenstadt aktiviert und attraktiver. Die Vernetzung von Wohnen, Versorgung, Gewerbe, sozialen Angeboten und Grün reduziert die Wege und damit den Verkehr. Für eine hohe Lebensqualität ist das neue Viertel weitestgehend autofrei (Ausnahme Lieferverkehr und barrierefrei).
Der zentral liegende Mobility Hub macht Mobilität für alle leicht zugänglich. Es gibt Angebote für erdgeschossiges Parken, stationsgebundenes CarSharing, Leihfahrräder, Kleinfahrzeuge und Handkarren für den bequemen Einkauf. Der Hub ist in Teilen temporär umnutzbar als überdachter tagesbelichteter Spielplatz oder PopUp-Markt.

Klimaresiliente Planung / Wasser

Strategie Schwammstadt: Es wird so wenig wie möglich versiegelt, anfallendes Regenwasser wird zurückgehalten, der Vegetation zur Verfügung gestellt und überschießendes Wasser verdunstet oder langsam versickert.
Der sogenannte Saum am Fuße der Kalkhalde dient nicht nur als Bank, Bühne, nutzbares Parkelement, sondern auch um anfallendes Wasser aus der Kalkhalde zurückzuhalten und zwischenzuspeichern. Entlang der Gassen und auf dem Singerplatz gibt es dezentral bepflanzte Tiefbeete und Mulden. Temporär anfallendes Wasser wird erlebbar und spielbar gemacht.

Wettbewerb: 2. Preis
Planung/Realisierung: 2024
Wohneinheiten: 303
Wohnfläche: 30.200 qm

Bauherr: Landmarken AG, Aachen
Landschaft: friedburg & Co. Landschaftsarchitektur, Berlin