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Neubau von öffentlich geförderten Mietwohnungen Stargarder Straße, Ingolstadt

Ein Hof für die Bewohner, für das Viertel!

Bundesstraße und Biotop bilden den starken und kontrastreichen Rahmen des Wettbewerbgebietes. Zeilenbauten und Reihenhäuser prägen sein Erscheinungsbild. Die Stargarder Straße ist das Rückgrat des Viertels. Hier begegnet man sich, hier kommt jeder vorbei, der hier wohnt. Der Entwurf formt einen Abschluss der Stargarder Straße und bildet einen Anker für die Nachbarschaft. Ein identitätsstiftender und sozialer Hof mit Umwegung. Der Hof als städtische Wohnform. Die große Mitte ist parkartig und landschaftlich, so dass raumextensive Nutzungen, wie Kinderspiel, Picknicken und Sonnenbaden möglich sind. Der Weg hält sozialen Abstand zu den Wohnungen im Erdgeschoss und ist Erschließung zu den Hauseingängen. Der Hof öffnet sich zum Viertel und zur, bisher von Garagen verstellten, Grünzone zwischen Donau und Auwaldsee.

Die Wohnschlange und der Laubengang

Die Bebauung nimmt die Flucht der Stargarder Straße auf, folgt der Bundesstraße und bildet somit eine Schallschutzbarriere von der das gesamte Viertel profitiert. Alle Wohnungen orientieren sich zum Hof und werden rückseitig durch einen offenen und kommunikativen Laubengang erschlossen. Dadurch kann auf aufwendige technische Lösungen gegen die Lärmbelastung verzichtet werden. In ihr sind mehrheitlich die großen Wohneinheiten – auch denkbar als Mehrgenerationenwohnen – untergebracht.
Der Laubengang wird über Lufträume gegliedert und bildet großzügige, kommunikative Eingangssituationen vor den Wohnungen, die von den Mietern bespielt und angeeignet werden können. Die Erdgeschosswohnungen werden über kleine Windfänge vom Hof aus erschlossen. Im „Gelenk“ der Wohnschlange befinden sich, zentral am großzügigen Treppenaufgang, Gemeinschaftsräume, die die Nachbarschaft entwickeln, die Integration fördern, Treffpunkte schaffen, Konflikte abbauen und das soziale Engagement fördern.

Ein „kleines“ Hochhaus

Den städtebaulichen Abschluss der Wohnschlange bildet der 11-geschossige Hochpunkt und gibt der Schnittstelle zwischen Kernstadt und den neuen Wohngebieten im Monika- und Augustinviertel eine städtebauliche Landmarke. „Das kleine Hochhaus“ ist so orientiert, dass alle Wohnungen Ausblick auf die Altstadt oder östlich zu den Donauauen haben.

Gärten und Obstwiese

Die Gärten sind als Pendant zum gemeinschaftlichen Hof privat genutzte Grünräume. Vom Verkehrslärm geschützt durch das Gefälle des Geländes, liegen sie etwa 3 m unterhalb der Straße an der verdichteten Begrünung. Die Größen der Gärten sind variabel und öffnen sich nach außen zur Obstwiese.
Allen Erdgeschosswohnungen sind private Terrassen und Gärten zugeordnet. Diese werden untereinander durch Heckenpflanzungen getrennt. Der Grüngürtel zwischen Bebauung und Bundesstraße weitet sich nach Süden auf und bildet hier eine gemeinschaftlich genutzte Obstwiese. Eine Aneignung durch die Bewohner und Nachbarn ist erwünscht.

Wettbewerb: 3. Preis
Wohneinheiten: 126
GF: 10.848 m2

Auslober: Gemeinnützige WBG Ingolstadt GmbH
Landschaft: herrburg Landschaftsarchitekten