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Konzeptwerkstatt Ortolfstraße
Berlin-Altglienicke

Es ist nicht Stadt! Land!
Es ist nicht Land! Stadt!

Das Ziel ist es 1- bis x-Kind-Familien, rüstigen Rentnern, Wissenschaftlern, Ureinwohnern und Bodenpersonal ein Zuhause zu geben.
Ein modernes Dorf als Alternative zum anonymen Großstadtleben.
Der Anger -das Zentrum- wird von Bewohnern und der weiteren Umgebung aufgesucht, um zu spielen, Sport zu treiben, zu Picknicken, sich zu treffen.
Auf den Höfen kennt man sich, man läuft sich über den Weg, verabredet sich für später, die Nachbarskinder sitzen auf der Mauer und tauschen Klebebilder.
Auf der Straße erreicht man sein Zuhause, mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad. Das Auto ist notwendig und sichtbar, die Geschwindigkeit bestimmt der Langsamste.

Höfe
Zentrales und titelgebendes Element des Entwurfes sind die Höfe. Sie sind das Zentrum kleiner Hausgruppen mit 3 Gebäuden und bis zu 25 Wohnungen. Durch die gemeinschaftlichen Höfe entstehen Hofgemeinschaften, die Rentnern und Familien, Singles und Paaren ein Zuhause geben. Charakterbildendes und unterscheidbares Element jedes Hofes ist der HOFBAUM, an dem man sich verabreden und unter dem man sich treffen kann. Die Gemeinschaft wird gefördert durch sich überschneidende Wege der Bewohner zu ihren Wohnungen und zu den verschiedenen Funktionen der Hoffläche und durch das Angebot des freien flexibel nutzbaren Raumes. Auf den Höfen kennt man sich, man läuft sich über den Weg, verabredet sich für später, man stellt Bierbänke raus und lädt sich zum Mitessen ein. Formen der Aneignung können privat oder gemeinschaftlich sein, in jedem Fall entsteht im positiven Sinne soziale Kontrolle und ein Verantwortungsgefühl für den Erhalt und Unterhalt der gemeinsamen Flächen und Einrichtungen.

Anger
Der Anger ist das leere Zentrum der Siedlung und Attraktor für die nähere Umgebung. Er gibt der Siedlung landschaftliche Weite und der Umgebung einen funktionalen und ästhetischen Mehrwert. Der Raum ist ein Hybrid aus Platz, Park, Boulevard und Spielplatz. Am nördlichen Rand ist er breiter Boulevard mit Bänken auf wassergebundener Wegedecke unter Straßenbäumen. An den kurzen Seiten weitet sich der Boulevard zu kleinen baumbestandenen Plätzen. Dem östlichen Platz ist ein Kinderspielplatz mit entsprechendem Angebot angelagert, auf dem westlichen wird Tischtennis und Boule gespielt. Die große Mitte ist parkartig, landschaftlich, so dass raumextensive Nutzungen, wie Ballspiele, Spazieren, Picknicken, Sonnenbaden möglich sind.

Gebäudetypologie/ -variabilität
Es werden nur zwei Gebäudetypen mit Ableitungen vorgeschlagen, die addiert und variiert werden. Alle Gebäude sind als 2-Spänner organisiert. Die Freibereiche sind als Loggien ausgebildet, die die ganze Breite der Wohnräume einnehmen.

Flexibilität/ Schaltzimmer
Die Gebäude haben eine sehr einfache Struktur mit einem innenliegendem quadratischem Erschließungskern. Dessen Breite wird für die Einführung zweier Schalträume genutzt, die flexibel der einen oder der anderen Wohnung zugeschlagen werden können. Es entstehen entweder zwei 3-Zimmerwohnungen oder eine 2- und eine 4-Zimmerwohnung pro Etage. Ebenso denkbar ist die Nutzung der Schalträume als Gästezimmer, da eine Erschließung direkt vom Treppenhaus ebenfalls möglich ist, so dass auch Kombinationen von 2- und 3-Zimmerwohnungen und zwei 2-Zimmerwohnungen möglich werden.

Planung 2013-2014
Städtebaulicher Entwurf
Wohneinheiten: 377
Wohnfläche: 28.677 qm

Landschaft: herrburg Landschaftsarchitekten